Zu den Notunterkünften in der Bleibiskopfstraße (Oberursel)

Die Oberurseler Schulen, Vereine und auch die Bürger wurden am letzten Wochenende von der Nachricht überrascht, daß die Turnhallen in der Bleibiskopfstraße für die Notunterbringung von Flüchtlingen unter Beschlag genommen wurden. Schul- und Vereinssport ist dort bis auf Weiteres nicht möglich. Die Oberurseler Kapazitäten für Hallensport sind mit Beginn der Herbst- und Winterzeit entsprechend reduziert.

Die Belegung zweier in einem relativ ruhigen Wohngebiet gelegenen Turnhallen mit bis zu eintausend Flüchtlingen sorgt bei den in der Nachbarschaft wohnenden Bürgern für Verunsicherung. Man kann nur hoffen, daß es den Verantwortlichen von Stadt und Kreis zusammen mit den ehrenamtlichen Helfer gelingt, die sich aus der Unterbringung einer derart großen Anzahl von Flüchtlingen ergebende Belastung auf zivilisierte Art und Weise abzuwickeln. Man muß weiterhin hoffen, daß unliebsame Zwischenfälle jeglicher Art ausbleiben. Eine Garantie hierfür gibt es nicht. Nachdem unkontrolliert Asylsuchende ins Land gelassen werden weiß man nicht, welche Ethnien, welche Religionen, welche Mentalitäten, welche Vorbelastungen die in einer Massenunterkunft unterbrachten Menschen haben.

Die derzeitig das ganze Land treffende Notsituation ist von der deutschen und europäischen Politik fahrlässig, wenn nicht sogar absichtlich herbeigeführt worden. Die Diskriminierungen mancher Volksgruppen in einzelnen Balkanländern sind seit langem bekannt. Dies hindert die EU nicht, sie als Mitglieder aufzunehmen oder ihnen den Status von Beitrittskandidaten zu geben. Von den Flüchtlingslagern in der Türkei, im Libanon oder Jordanien mit jeweils Millionen Syrern wurde in der Presse in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet. Der Gedanke, daß die aufnehmenden Länder diese entwurzelten Menschenmassen unter Umständen gerne loswürden oder die Menschen selbst nicht länger unter unhaltbaren Umständen auf die Rückkehr in ihre Heimat warten wollen hätten auch Verantwortlichen in Regierung und Sicherheitskräften kommen können. Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist jetzt dort eine Verbesserung der Lage anzustreben zeugt nicht von Weitsicht. Der plötzliche Aufbruch von Millionen, wie sie jetzt in Europa ankommen, macht geradezu den Eindruck geplanter Orchestrierung. Zu diesem Eindruck gehören auch die einladenden Gesten der Kanzlerin mit Selfies mit Flüchtlingen und der lapidaren Zusage: „Wir schaffen das“. Tatsache ist: im Hochtaunuskreis waren bereits zu Zeiten deutlich niedrigerer Flüchtlingszahlen schon ca. 70 % der Hartz-4-Bezieher Menschen mit Migrationshintergrund.

In den Reden zur Feier der Deutschen Einheit am letzten Samstag haben sowohl Ministerpräsident Bouffier als auch Bundespräsident Gauck verkündet, daß wohl die meisten der derzeit nach Deutschland Strömenden hier bleiben werden. Eine Prüfung von Asyl- gründen, wie es die entsprechenden Gesetze vorsehen, die EU-internen Absprachen zur Verteilung von Flüchtlingen haben offenbar keine Bedeutung mehr. Deutschland soll offenbar ohne Begrenzung für Einwanderer geöffnet werden. Eine solche Politik der derzeit Regierenden kann man nur als verantwortungslos bezeichnen.

Wenn man überschlagsmäßig von einer einwohnerproportionalen Zuweisung der Flüchtlinge auf die Städte und Gemeinden in Deutschland ausgeht bedeutet das für Oberursel zwischen 450 und 850 Flüchtlinge (je nach sich ergebendem Flüchtlingszustrom). Und die müßten nicht nur in Massenlagern vorübergehend, sondern zusätzlich zu den bereits in Oberursel vorhandenen dauerhaft hier untergebracht werden.

Man kann gespannt sein, wie die Verantwortlichen in Oberursel sich dies vorstellen.

Paul Beuter

 


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