Rock am Ring – Lewentz sieht in der Sicherheit eine „Maxime“

Ist es im Deutschland des Jahres 2017 noch eine Überraschung oder gar ein Schock, dass „Rock am Ring“, das weit über Deutschland hinaus bekannte Musikfestival am Nürburgring, wegen „Terrorgefährdung“ unterbrochen werden musste?

Wohl kaum. Knapp 90.000 Besucher ergaben sich dementsprechend bereits „vorgebildet“, dass eben so etwas immer passieren kann und nicht nur „in einer Großstadt“ (Sadiq Khan, Bürgermeister von London) in ihr Schicksal, und wohl viele andere, unter anderem auch ich selbst hatte im Vorfeld mal wieder so eine Ahnung, denn „normale“ Veranstaltungen gibt es so wie man es aus naher Vergangenheit gewohnt war fast nicht mehr – jedenfalls nicht in der Größenordnung.

Einen weiteren Mann, nämlich den Veranstalter Marek Lieberberg sollte diese Nachricht, dass unterbrochen werden muss, nach all dem was so tagtäglich passiert auch nicht wirklich geschockt haben, trotzdem riss ihm bei einer improvisierten Pressekonferenz gestern Abend dann doch die Hutschnur. Ob aus wirklicher innerer Überzeugung oder aus lauter Angst, nicht genügend Profit oder gar einen Verlust zu riskieren – von schlechtem Image für die Folgejahre ganz zu schweigen – kann niemand wirklich einschätzen. Aber er sagte etwas, für das er wohl noch von denen zur Raison gerufen werden wird, die an der schleichenden Verschlechterung der Sicherheit und der sehr schnell eintretenden Unmöglichmachung solcher Events verantwortlich sind, und dies auch weiterhin nicht an die große Glocke gehängt sehen wollen. Sei es mit überzogenen Vorgaben für künftige Großveranstaltungen oder anderweitigen bürokratischen Schwierigkeiten. Die Obrigkeit erzieht sich schon ihre Leute die anfangen Anstalten zu machen, „rechts“ auszuscheren und eventuell einigen Menschen die Augen zu öffnen. Was das angeht, ist der deutsche Staat fast unübertroffen.

Wortwörtlich sagte er in seinem Ärger unter anderem folgendes:

„Ich bin der Meinung, es muss jetzt Schluss sein mit dem ‚This is not my Islam‘. Jetzt ist die Situation, wo sich jeder einzelne dagegen artikulieren muss. Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten. Ich habe bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausend auf die Straße gegangen sind und gesagt haben, was macht ihr da eigentlich? Und ich möchte haben, dass in dem Land etwas geschieht, dass Gefährder beispielsweise auch festgenommen werden. Wir zahlen den Preis für den Skandal um Amri.“

Interessant war, dass die anwesenden Journalisten applaudierten. Allerdings dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis einer anfing zu klatschen / zu klopfen und dann plötzlich viele folgten. Der Mensch und vor allem auch der Journalist ist eben ein Herdentier, was man auch an immer gleichlautenden Artikeln in der Mainstream-Presse tagtäglich bestaunen kann.

Heute, ein Tag nach dieser, in hohen Regierungskreisen mit Sicherheit als unglaubliche „Entgleisung“ empfundenen Tirade des Veranstalters, war er auch wieder sichtlich eingenordet.

Brav saß er neben dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD), der gleich zu Beginn einer erfolgreichen Papstwahl ähnlich, die frohe Botschaft überbrachte, dass es weitergehen kann. Er fühlte sich sichtlich stolz, dass unglaublicher Weise eine Großveranstaltung, die in der Vergangenheit außer von Gewittern ansonsten keinerlei ernsten Gefahren ausgesetzt war, weitergehen darf und er unterstrich auch, was denn die Behörden für einen hervorragenden Job gemacht hätten.

Stopp, möchte man da rufen! Es mag sein, dass die Polizei und die Sicherheitsbehörden einen guten Job machten, davon darf man als steuerzahlender Bürger auch ausgehen. Aber warum müssen diese Kräfte überhaupt in die Gelegenheit gebracht werden, diesen guten Job zu machen? Was sind die Gründe und wird hier nicht wieder Ursache und Wirkung durcheinander gebracht und das gute Managen der Wirkung versucht zu feiern um damit die Ursache auszublenden? Genau diese Taktik wird hier wieder von der versagenden Politik gefahren!

Denn die Frage nach der Ursache der Unterbrechung und überhaupt der miserablen Sicherheitslage in Deutschland sollte natürlich gar nicht erst aufkommen, würde dies doch eine ernsthafte Gefahr für die politischen Geisterfahrer in Bund und Ländern darstellen und deren Jobs ernsthaft gefährden.

Deshalb ging Lewentz, SPD, seines Zeichens ein besonderes Exemplar politischer Realitätsverweigerung gleich dazu über, weitere Komplimente zu verteilen, diesmal an die Besucher.

Diese hätten sich in „vorbildlicher Weise“ vom Festivalgelände entfernt. Ja, auch das mag sein, sollte aber in einer (noch) zivilisierten Gesellschaft ebenfalls Normalität sein.

Dann folgte ein Satz, der an Verlogenheit und Selbstbetrug, aber besonders an Betrug am Volk kaum zu überbieten ist. Er sagte, „Sicherheit geht vor, dies ist die Maxime“.

Für diesen Satz sollte dieser Herr seinen Hut nehmen. Denn spätestens seit dem Jahr 2015 ist es nicht mehr die „Maxime“ der anhaltenden staatszerstörenden Politik, die auch Lewentz maßgeblich nicht nur im Bundesrat unterstützt hat, für Sicherheit zu sorgen, jedenfalls nicht so wie es sich in einem freien Land freier Bürger gehört. Statt für die Sicherheit der Bürger zu sorgen, indem die Landesgrenze zu Deutschland wirklich kontrolliert und geschützt wird vor Attentätern und Asylbetrügern und dies nicht nur dem Bürger suggeriert wird, werden aufgrund der nun vorhandenen Terroristen im Land sämtliche Feste und Events zu Hochsicherheitstrakts erklärt und den Menschen eingeredet, dass dies die neue Normalität sein soll, die wie eine Naturkatastrophe über uns alle hereinbrach. Nein, diese Lage in der sich Deutschland befindet darf niemals zur Normalität und zum Alltag werden und es ist kein Naturgesetz sondern Politikversagen auf ganzer Linie. Wer dies fordert, es als Normalität eben zu akzeptieren, gehört abgewählt! Mit diesem politischen Personal wird dies zur Normalität werden bzw. ist es schon und es werden weitere Veranstaltungen, unsere Kultur und die Art wie wir leben möchten bedroht bzw. zusehends vernichtet.

In diese Normalitätskerbe schlugen auch direkt die Medien, die sich für wirklich jeden sichtbar immer während vor die politischen Versager in Bund und Ländern stellen und diese bestmöglich verteidigen. Dies war mal anders, waren die Medien doch mal die „4. Gewalt im Staat“. Davon ist nichts mehr übrig, sondern sie sind nur noch der Büttel einer Politik, die immer gefährlicher wird.

In bester erzieherischer Absicht gegenüber dem Zuschauer postulierte der Reporter Ulrich Klose bei n-TV direkt vom Nürburgring, dass „wir das wohl noch öfter erleben werden in Deutschland“ und schwenkte gleich auf das vor einiger Zeit abgesagte Fußball-Länderspiel in Hannover und unterstrich seine Lehrstunde noch mit einer Kritik am Veranstalter aufgrund seiner harschen Reaktion vom Vortag, siehe oben.

Zum Abschluss wurden natürlich auch von ihm die „Fans“ von „Rock am Ring“ gelobt, die sich von dieser Art des Veranstalters Lieberberg, die Realitäten auch mal anzusprechen, „nicht anstecken ließen“ und brav in ihre Zelte zum Dosenbier gingen und heute auch wieder brav weiterfeiern sollen.

Denn merke: Wer brav feiert, denkt nicht über politisches Versagen nach. Und da Absagen und Unterbrechungen von Events ab sofort ohnehin von der Politik (Sicherheit ist Maxime usw.) sowie den Medien (ihr Besucher habt das brav akzeptiert!) zur Normalität erklärt wurden, wird auch nicht mehr groß darüber gesprochen werden – es ist eben so!

Ach ja, in Berlin findet aktuell das „Deutsche Turnfest“ statt, ein großes 7-tägiges Event des Leistungs- und Breitensports. Auch hier sind laut ARD-„Tagesschau“ die Sicherheitsvorkehrungen, wie sollte es auch anders sein im besten Deutschland aller Zeiten streng und erhöht – auf deutsch, es wird hinterm Zaun „gefeiert“. Eine Besucherin, die interviewt wurde meinte sogleich, sie hätte es sich lange überlegt überhaupt zu kommen. Es wird nicht die einzige gewesen sein.

Deutschland im Jahr 2017. Es ging uns noch nie so gut wie aktuell. Und wer dies nicht glaubt, der muss wohl ein Populist sein.

Am 24. September ist die vielleicht letzte Chance, das Schlimmste noch einmal zu verhindern. Wählen Sie die AfD in den Bundestag und die aktuellen Politiker, die außer Versagen und dem Verschleiern des gleichen nichts mehr anzubieten aus diesem heraus!

Michael Dill
Kreistagsabgeordneter des Kreistags Hochtaunus

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