Integrationsaussichten ?

Allenthalben, z.B. in Verlautbarungen von IHKs, bei Diskussionsrunden mit Bürgermeistern in Schulen oder in dubiosen Studien wird derzeit über die vermeintlich guten Integrationschancen und –erfolge von „Flüchtlingen“ berichtet. Der Versuch, Einzelfälle als Beleg für diese Thesen heranzuziehen gehen an der in den Medien seit Jahren wiedergegebenen Realität vollkommen vorbei.

So berichtet die WELT am 18.7.2017 über eine aktuelle Auswertung der Bundesagentur für Arbeit, daß deutschlandweit inzwischen 43,1 % der Arbeitslosen einen Migrationshintergrund haben. In den westdeutschen Bundesländern sind es sogar 49,5 % und in Hessen liegt der Wert mit 57,7 % an der Spitze.

Unter den 4,3 Millionen „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ – darin sind etwa auch Aufstocker enthalten, also sogenannte Hartz-IV-Empfänger, deren Lohn nicht zum Leben reicht – ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund noch höher: Er liegt laut Arbeitsagentur bundesweit bei 52,6 Prozent, im Westen sogar bei 59,5 Prozent.

Wie rasch diese Verschiebung (des Anteils deutschstämmiger zu fremdländischer Bevölkerung) in einigen Regionen abläuft, zeigt eine vor drei Wochen von der Stadt Frankfurt am Main vorgestellte Studie: So liegt dort der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund bei 51 Prozent, wie eine Auswertung der Melderegisterdaten aus dem Jahr 2015 ergab. Während von den über 65-jährigen Frankfurtern ein gutes Drittel eine Zuwanderungsgeschichte hat, sind es bei den Kindern unter 15 Jahren schon 69 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt liegt ihr Anteil bei den Kindern unter fünf Jahren bundesweit bei 36 Prozent. Artikel hier

Am 23.11.2013 berichtet die FAZ, daß jeder dritte Arbeitslose ausländische Wurzeln hat. Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland überdurchschnittlich oft arbeitslos. Nach den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit hatten im vergangenen Juni fast 36 Prozent der Arbeitslosen ausländische Wurzeln. Damit sind sie unter den Erwerbslosen deutlich überrepräsentiert, denn nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lediglich gut 20 Prozent.  Artikel hier

Am 28.5.2013 berichtet die ZEIT anläßlich des Integrationsgipfels, daß Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland häufiger arbeitslos sind als die Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil an den Arbeitslosen beträgt 35 Prozent, wie aus einer Befragung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Unter den Hartz-IV-Empfängern sind es sogar etwa 40 Prozent. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung liegt laut Statistischem Bundesamt nur bei etwa 20 Prozent.

Die Behörde verwies auf den bekannten Zusammenhang von Bildung und den Chancen auf dem Arbeitsmarkt:  Arbeitslose mit Migrationshintergrund haben häufiger keine abgeschlossene betriebliche oder schulische Ausbildung.  Artikel hier

Auch im Jahr 2013 hat der Hochtaunuskreis das „Leitbild und Handlungskonzept Leben in Vielfalt im Hochtaunuskreis“ verabschiedet. Hier wird ausgeführt: „Die niedrige Arbeitslosenquote des Kreises darf ferner nicht darüber hinweg täuschen, dass ca. 70% der Bezieher/innen von SGB-II-Leistungen einen Migrationshintergrund haben. D.h. es gelingt auch im Hochtaunuskreis nicht flächendeckend, allen hier lebenden Bürger/innen Zugang zu den gesellschaftlichen Schlüsselinstitutionen zu ermöglichen.“   Dabei war der Hochtaunuskreis jahrelang „Modellregion Integration“ mit zusätzlichen geförderten Integrationsmaßnahmen.

Bereits im Jahr 2009 berichtet der Spiegel daß bei Migranten Arbeitslosigkeit und Kriminalitätsrate doppelt so hoch sind wie in der Gesamtbevölkerung. Auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Ausländer ist noch immer überdurchschnittlich hoch. Der jüngste Integrationsbericht der Bundesregierung zeigt, dass trotz einiger Fortschritte noch gewaltige Lücken zwischen den Lebenswelten in Deutschland klaffen.

Auch die Kriminalitätsquoten von Deutschen und Ausländern haben die Forscher verglichen. 2007 lag die Gesamtquote in Deutschland bei 2,7 Prozent, bei der ausländischen Bevölkerung war sie mit 5,4 Prozent genau doppelt so hoch. Vor allem bei der Gewaltkriminalität liegt die Quote der Ausländer deutlich über der der Gesamtbevölkerung. Besonders auffällig sind junge Männer zwischen 14 und 25 Jahren.  Artikel hier

Und die TAZ titelt unter Bezug auf eine Studie des DIW im Jahr 2008 „Türken gehen in Berlin unter“ und berichtet daß 75 Prozent der Migranten türkischer Herkunft keinen Schulabschluß haben, fast jeder zweite ist arbeitslos. Eine Studie zeigt, dass es Migranten in Berlin besonders schwer haben, einen Job zu finden. „Das Problem ist bei dieser Gruppe deshalb so gravierend, weil drei Viertel keinen Schulabschluss nachweisen können. Heute (2005) stammt jeder vierte Berliner nicht aus Deutschland. Der Anteil wird in Zukunft aber rasant steigen: Bei den Kindern haben 43 Prozent einen Migrationshintergrund.  Artikel hier

Im Jahr 2002 schrieben CDU/CSU in ihrem gemeinsamen Wahlprogramm zur BT-Wahl 2002: Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer hat seit 1972 von 3,5 Millionen auf 7,3 Millionen zugenommen, die der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer ist dagegen von 2,3 Millionen auf 2,0 Millionen zurückgegangen. Die Zuwanderung erfolgte also überwiegend nicht in Arbeitsplätze, sondern in die sozialen Sicherungssysteme. Drei Viertel der Menschen aus anderen Ländern, die in Deutschland leben, kommen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union. Deutschland kann aufgrund seiner historischen, geographischen und gesellschaftlichen Situation aber kein klassisches Einwanderungsland wie etwa Australien oder Kanada werden.

Deutschland hat keinen Mangel an Zuwanderung, sondern an Integration. In den Großstädten bilden sich bereits Parallelgesellschaften. Der hohe Ausländeranteil vor allem in Großstädten wie Frankfurt a.M. mit rund 28 % oder München mit rund 22 % führt bereits zu partiellen Minderheitssituationen für Deutsche. Mangelhafte Sprachkenntnisse zahlreicher, vor allem junger Ausländer, deren häufige Perspektivlosigkeit am Arbeitsmarkt und das starke Bildungsgefälle zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen sind nur einige erkennbare Vorboten eines bedrohlichen sozialen Sprengstoffs in Deutschland.  hier zu finden

Warum die Kanzlerin entgegen Erkenntnissen ihrer eigenen Partei und entgegen der sich seitdem weiter verschlechternden Situation trotzdem die Grenze für eine unbegrenzte Anzahl Migranten öffnet und das Ziel Integration verkündet ist ihr Geheimnis. Und wer dieser Tage aufgrund von Einzelfällen, aber entgegen den langjährigen negativen Erfahrungen vielversprechende Integrationsaussichten ableitet weiß nicht wovon er redet oder redet wider besseres Wissen.

Paul Beuter

 

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