Fokus O präsentiert die Bürgermeisterkandidaten

Die Oberurseler Wirtschaftsvereinigung Fokus O hatte eingeladen und die Bürgermeisterschaftskandidaten waren gekommen. Am vergangenen Freitag fand per Video eine Befragung der Kandidaten durch Fokus O Mitglieder und rund 200 Bürger statt. Dieses Format wurde professionell gestaltet und dürfte auch andere Bürger, die nicht im Chat waren, interessieren.

Die Kandidaten der bisherigen Koalition Runge (SPD) und Trumpp (CDU) hatten als Lösungen für die Probleme der Stadt Hochbeste statt Parkplätze bzw. Bodenbeläge anzubieten, was bei den Zuhörern nicht wirklich verfing. Der Kandidat der Grünen, der für Digitales zuständige Stadtrat Fink, wollte nicht wahrhaben, dass die Digitalisierung der Stadtverwaltung alles andere als bürgerfreundlich ist.

Einig waren sich alle Altparteien und auch die Kandidaten ohne Parteiunterstützung, dass man Wohnungsbau bremsen werde. Nur der Kandidat der AfD, Peter Lutz, verwies auf die Notwendigkeit Wohnungen zu errichten, wenn man höhere Mieten und Preise verhindern wolle. Er zeigte auch die  Notwendigkeit auf, statt weiterer Nachverdichtung ein Neubaugebiet mit der dazugehörigen Infrastruktur zu realisieren.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal besaß Lutz beim klaren Bekenntnis zu Tempo 50 auf Hauptverkehrsachsen in Oberursel. Der Handel und damit die Stadt könnten nur überleben, wenn die Menschen auch gerne in die Stadt kämen, anstatt schon bei der Anfahrt ausgebremst zu werden.

Die größte Differenz zwischen Wahlkampfreden und faktischem Handeln erlebte man an diesem Abend beim Thema Anschluss der Weingärtenumgehung an die Nassauer Straße zur Entlastung der Innenstadt. Hatten am Vorabend im Stadtparlament noch alle Altparteien gegen einen Antrag der AfD für diesen Anschluss gestimmt, so wurde beim Fokus O Gespräch dieser Anschluss als notwendig propagiert.

Insofern war dieser Abend beim Fokus O ein Spiegelbild der letzten 5 Jahre im Parlament: Die AfD fordert zum Handeln auf, während die Altparteien Konzepte für die Schublade produzieren und so den Stillstand in der Stadt zementieren.

Veröffentlicht in Aktuelles.